Secrets of the Stars – 1: 0-1 Alpha

„Einrichtung Null-Eins Alpha, meine erste Entdeckung. Ich habe da zwar schon ein oder zwei Jahre das Weltall erkundet, aber da war ich noch Schrottsammler. Es ist schon erstaunlich, was die Leute alles wegwerfen, aber zurück zur Entdeckung. Ich war nicht das erste mal auf Conflar, das ist eine eher trostlose Welt im Ignis-System mit einigen Mega-Fabriken. Bei den Fabriken und dem Spaceport entsteht einiges an Abfall, den man teilweise noch verwerten kann. Die Konkurrenz ist ziemlich hart, und ich wollte mich jetzt nicht unbedingt mit den größeren Gruppen anlegen. Also dachte ich mir, dass ich den Rest des Planeten erkunden kann. Ich meine, auf Conflar gibt es seit über hundert Standardjahren Industrie. Sicher hat da irgendwer was in der Wildnis verloren oder vergessen.
Also bin ich im langsamen Tiefflug durch die bergigen Regionen zwischen den Mega-Fabriken geflogen. Hier und da hab ich ein paar Kristalle und seltene Minerale gefunden. Aber nicht das, auf was ich gehofft hatte. Und irgendwann hab ich dann diese Klippe gesehen. Ein Teil der Felswand war abgebrochen und hatte sich als Trümmerhaufen am Fuß gesammelt. Der war nicht frisch, aber die Vegetation hatte es noch nicht überwuchert. Und da dachte ich mir 'He Blair, das wäre vielleicht was, da kommst du bestimmt schnell an Zeug.' Also hab ich angefangen, den Trümmerhaufen abzutragen. War extrem anstrengend, ich war ja auch allein, und hat ewig gedauert. Im Geröll selbst hab ich nix gefunden. Es hat mich echt gewurmt, man schuftet sich den Allerwertesten wund und bekommt nichts. Aber nach einer Woche hatte ich genug abgetragen um zu sehen, dass dahinter eine Höhle war. Es gibt nicht viele Höhlen auf Conflar, also war das schon mal was besonderes. Noch ein paar Tage und ich hatte genug freigeräumt, dass man gefahrlos über den Haufen drüberklettern konnte.
Weit in die Höhle bin ich leider nicht gekommen, weil da ein Tor war. Keine normale Tür, sondern ein massives Schott, wie man es vielleicht von Hochsicherheitseinrichtungen kennt. Aber niemand bewachte es, es gab keinen Alarm und nur ich war da. Ich habe es untersucht und es war anders als alles, was ich bis dahin gesehen hatte. Damit meine ich nicht, dass ich noch nie ein Schott oder eine Schleuse gesehen hätte. Das Tor war offensichtlich so aufgebaut, dass es sich mehrere Richtungen zugleich öffnen sollte, und noch dazu schien es aus einem völlig anderen Material zu sein, als ich es bislang gesehen hatte. Es waren definitiv keine Menschen am Werk, da war ich mir sicher. Und in der Vergangenheit hatten nie Aliens auf Conflar gesiedelt, da habe ich extra nachgeschaut. Aber vorm Tor wurde ein holografischer Würfel aus leuchtenden Symbolen in die Luft projiziert. Ein ganz schön großes Teil, ziemlich hoch in der Luft und hat sich beständig um alle drei Achsen gedreht, aber zum Glück hatte ich eine Leiter. Die Symbole haben doch tatsächlich die Farbe geändert, wenn man sie berührt hat. Ich hab schnell festgestellt, dass das eine Art Türschloss war. Nach sieben Symbolen war Schluss, und ich musste wieder von vorn anfangen. Das ist dann simple Mathematik. Insgesamt gab es fünfzehn Symbole, macht also etwa 32 Millionen Kombinationen. Da leider niemand einen Zettel mit der Richtigen hat rumliegen lassen, musste ich wohl oder übel alle durchprobieren, bis ich die richtige Lösung gefunden habe. Und mit etwas Vorbereitung, ich wollte es ja nicht doppelt machen, habe ich das dann auch gemacht. Zwei Wochen habe ich nichts anderes gemacht, als auf diese leuchtenden Symbole zu drücken. Es war eine Tortur, und irgendwann hatte ich langsam Angst bekommen, dass ich eine Kombination übersprungen hätte.
Doch nach zwei Wochen hatte ich dann tatsächlich die richtige Kombination erraten. Im ersten Augenblick habe ich es gar nicht mitbekommen. Ich war so erschöpft und betriebsblind, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass alle Symbole plötzlich eine andere Farbe hatten. Erst als das leise Zischen vom Tor ertönte, da wusste ich, dass ich es geschafft hatte.
Aber was habe ich drinnen entdeckt? Um ehrlich zu sein, nicht viel. Aber es war atemberaubend. Ich war die erste Person seit wahrscheinlich tausenden von Jahren, die Null-Eins Alpha betreten hat. Mir war von Anfang an klar, dass ich etwas außergewöhnliches gefunden habe. Ich folgte einem langen Korridor aus genauso seltsamen Material wie das Tor, der in einen gewaltigen Raum geführt hat. Der war so groß, dass eine Rampe hinab zum Boden führte. Seltsame Energieleitungen im Boden führen in den Raum und es gibt noch mehr von den Symbolen. Außerdem führen weitere Tore tiefer in Null-Eins Alpha, aber die sind leider verschlossen. Naja zwei, das Dritte wurde durch einen Erdrutsch zerstört. Irgendwann vor meiner Ankunft wurde die Struktur beschädigt und auch Teile der Decke sind eingebrochen. Leuchtende Pilze wuchern auf der herabgefallenen Erde, die aber nirgendwo sonst auf Conflar wachsen. Die Würfel bei den Toren hier haben übrigens dreißig Symbole, was über 10 Milliarden Möglichkeiten ergibt.
Selbst 30 Jahre später konnten die Türen nicht geöffnet werden. Der verschüttete Gang wurde ausgegraben, endete aber nach gut zweihundert Metern an einem weiteren Tor, diesmal ohne Holo-Würfel. Vermutlich war es an das erste gekoppelt. Die Größe oder gar der Zweck von Null-Eins Alpha sind unbekannt. Niemand weiß, wer die Anlage gebaut hat oder wann. Mehrmals wurden Scans durchgeführt, doch es ist, als ob die Einrichtung für die Sensoren nicht existiert. Es ist ein Rätsel, was die Wissenschaft noch Jahrzehnte beschäftigen mag. Für mich war es der entscheidende Auslöser, nicht nur zwischen den Sternen zu reisen, sondern das Unbekannte zu erforschen.“

Wir starten mit der ersten Entdeckung, einer unterirdischen Einrichtung. Die Szene hat länger gedauert als erwartet, was an der Beleuchtung der ziemlich dunklen Umgebung lag.

Erstellt mit Blender 2.92 und GIMP 2.10.


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