Secrets of the Stars – 2: Verlorenes Schiff
„Ah, Frons Doma. Ein weiteres Mysterium, wenn auch nicht ganz so alt. Nach 01-Alpha hatte ich die Abenteuerluft geschnuppert und mich weiter hinaus gewagt. Ich untersuchte ein paar Planeten und nach etwa einem Jahr erreichte ich Frons Doma. Eine kleine Dschungelwelt, die im zivilisierten Bereich der Galaxis liegt. Aber aufgrund der wuchernden Botanik und von tiefen Canyons durchzogenen Landschaft hatte sich nie jemand die Mühe gemacht, den Planeten zu seinem Zuhause zu machen.
Nun, da kam ich also in meinem jugendlichen Übermut und musste feststellen, dass all die tollen Ideen und Scanmuster, die ich auf den vorigen Planeten erstellt habe, im Dschungel unbrauchbar waren. Es lässt sich schwer Leben isolieren, wenn alles eine bioelektrische Signatur hat. Und auch meine Metalldetektion hat wegen des hohen Eisenanteils im Gestein nicht funktioniert. Ich hätte also direkt über einen belebten Spaceport fliegen können, ohne es mitzubekommen. Es hat mich eine Woche gekostet, die neue Scans vorzubereiten und zu testen. Vieles dreht sich dabei um Frequenzen, Wellenlängen und Spektren, aber ich will mich nicht in technischen Details verlieren. Es war mir dann grundsätzlich möglich, in gewissem Rahmen unter dem Dschungel und dem Gestein Anomalien aufzuspüren. Aber da ich nicht wusste, worauf ich vielleicht stoße, wollte ich mich nicht allein darauf verlassen. Am Ende sind die eigenen zwei Augen noch das beste Suchmittel.
Noch dazu muss man extrem beim Manövrieren aufpassen. Zum einen gibt es auf dem, was man ‚oben‘ nennen könnte Urwald, doch auch der Boden der Canyons ist von Dschungeln und sogar Seen bedeckt. Bisweilen ist es ziemlich eng und mehr als einmal hab ich den Lack zerkratzt.
Aber nun zu meiner Entdeckung, denn das wollte ich ja eigentlich erzählen. Die ganzen Scans habe ich am Ende nicht gebraucht. Am Rande eines Canyons, direkt an der Klippe, lag ein Raumschiff. Es hatte eine ziemliche Bruchlandung hingelegt und war sichtlich ramponiert. Es lag aber schon so lange da, dass die Schneise wieder zugewachsen war, und glücklicherweise gab es keine Reaktorlecks. Bei der Erkundung war es vollständig verlassen. Ich fand keine Überlebenden, keine Toten, keine Knochen, nichts. Es war, als wäre vor mir niemand auf dem Schiff gewesen. Doch es hatte noch Energie, Teile der Beleuchtung und sogar die Schadensanzeige in dem, was von der Brücke noch übrig war, waren immer noch in Betrieb. Im Laufe der Zeit, vielleicht durch die Witterung, vielleicht schon vor der Bruchlandung, war der Hauptspeicher beschädigt worden, so dass sich der Kurs und die Landung nicht nachverfolgen ließen.
Nachdem ich meine Entdeckung gemeldet hatte, bekam ich Unterstützung von Suchschiffen. In den folgenden Wochen und Monaten wurde der ganze Planet abgesucht, doch von der Besatzung gibt es bis heute keine Spur. Niemand weiß, was dem Schiff zugestoßen ist, oder auf welcher letzten Mission es war. Die ‚Seance of Solitude‘ war zuletzt als Versorger unterwegs und wurde letztmalig 83 Jahre zuvor und etwa 500 Lichtjahre weiter randwärts gesehen. Es gab eine Untersuchung und sogar eine Befragung noch lebender Zeugen. Schlussendlich wurde dieses Kapitel geschlossen, da es schlicht keine Antworten gibt, die die ‚Seance of Solitude‘ nicht mit in ihr Grab genommen hat.
Was mich betrifft, so war dies natürlich etwas anderes als ein uraltes Relikt und auch weitaus weniger lukrativ. Doch es bringt einen ins Grübeln, dass vielleicht irgendwo jemand auf einer Welt gestrandet ist, allein und auf sich gestellt. Und dass dieser Jemand auf den Zufall hofft, dass irgendwer vorbeikommt und ihr findet. Dieser Irgendwer könnte ich sein, ein anderer der unzähligen Abenteurer, oder du.“
Ein weiterer Teil der „Secrets of the Stars“ Reihe. Ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich zufrieden mit der Szene bin, aber ich wollte sie endlich abschließen und mich etwas Neuem widmen. Ich habe mit einigen Unterbrechungen etwa 3 Monate daran gearbeitet, und das sieht man auch. Allein die Bäume habe ich schlussendlich auf 3 verschiedene Arten erstellt, die Wasserfälle waren der Versuch von Schaum ohne Flüssigkeitssimulation. In Zukunft werde ich die Arbeiten weniger zerstückelt durchführen, um ein besseres Gesamtergebnis zu liefern.
Erstellt mit Blender 2.92.
