Secrets of the Stars – 4: Himmelsinseln
„Eine der rätselhaftesten Entdeckungen in meiner Karriere war wohl B-2274-2. Nicht unbedingt die Sache an sich, da gab es schon seltsameres, aber im Ausmaß. Es ist ein abgelegenes Sternensystem und der Planet ist eine Ozeanwelt, die vollständig von Wasser bedeckt ist. Es gab ein paar Fernerkundungen, die allgemeine Daten über Zusammensetzung, Atmosphäre und so gesammelt haben, aber ohne Landmasse war der Planet nicht interessant genug für eine genauere Untersuchung.
Ich hatte gerade ein verbessertes Sensorsystem eingebaut und wollte das Tiefenradar testen. Der Planet war einer von mehreren Kandidaten dafür und ich hatte gehofft, zumindest Unterwasservulkane oder abgestürzte Schiffe zu finden. Stattdessen bin ich fast gestorben. Beim Atmosphäreneintritt habe ich beinahe eine der schwebenden Inseln gerammt, der Annäherungsalarm hat gerade noch rechtzeitig gewarnt.
Meine Pläne waren damit natürlich hinfällig und ich habe mir angeschaut, in was ich da beinahe reingeflogen bin. Die Insel, und alle anderen auf dem Planeten, werden durch ein Antigravtriebwerk in einigen Kilometern Höhe gehalten. Sie sind annähernd rund im Querschnitt und haben einen Durchmesser von bis zu zehn Kilometern. Alle sind von grob gleicher Form und sind von Pflanzen bewachsen. Tiere hat noch keiner auf dem Planeten gesehen.
Wieso diese grünen fliegenden Inseln nicht vom Weltall aus gesehen wurden? Wie sich nach eingehender wissenschaftlicher Untersuchung herausgestellt hat, ist die obere Atmosphäre voll von winzigen Nanomaschinen, die alle Wellenlängen außer blaues Licht blockieren. Frag mich nicht, wie das geht, ich versteh es selbst nicht. Jedenfalls kann man deswegen nur den Ozean sehen. Naja, wenn man weiß, wonach man schauen muss, kann man die Konturen der Inseln erkennen, aber Blau auf Blau führt dazu, dass Besucher fast mit der Landschaft kollidieren.
Etwas Besonderes sind die Pflanzen. Die Vielfalt sprengt alle Erwartungen, der reinste botanische Irrsinn. Also, jeder nicht terraformierte Planet mit einer Biosphäre hat seine eigenen Pflanzenspezies, die nirgendwo sonst im Universum vorkommen. Hier aber hat jede Insel ihre eigenen Pflanzenspezies. Die Inseln sind zu weit auseinander, als dass die schweren Samen durch den Wind zu einer anderen Insel geweht werden könnten. Also wachsen die einzelnen Pflanzenarten jeweils nur auf einer Insel. Woher kommen sie und welchen Nutzen haben sie? Zierpflanzen, Unkraut, Nahrung, keiner weiß es.
Und jetzt der Knüller, erst letztes Jahr hat man herausgefunden, dass in der ozeanischen Planetenkruste ein planetenumspannendes Netz aus irgendwelchen Emittern ist, das die Antriebe der Inseln über gerichtete Magnetfelder mit Energie versorgt. Niemand weiß, wer all diesen Aufwand betrieben hat oder warum. Aber ich würde auf ein uraltes Evolutionsexperiment tippen. Wir haben das auch in der Vergangenheit mit Bakterien gemacht, natürlich nicht in diesem Maßstab. Vielleicht kommen die Wissenschaftler ja eines Tages zurück und erklären es uns.“
Ein weiterer Teil der „Secrets of the Stars“ Reihe. Die Szene ist reichlich leer, was aber auch der Thematik und Größe geschuldet ist. Ich hatte es mir deutlich interessanter vorgestellt, als es am Ende war. Im nächsten Teil wird aber weitaus mehr zu sehen sein. Zumindest habe ich hier meinen Arbeitszyklus deutlich zusammenfassen können im Vergleich zu den letzten Szenen. Ich hoffe, dass ich das beibehalten kann und damit auch konsistenter arbeite.
Erstellt mit Blender 4.2.
