Der Urlaub der Anderen – Kapitel 2

Freitag

Kevin blickte zu seiner Freundin, während er den Wagen die kurvige Landstraße entlang steuerte. Um sie herum rauschten abwechselnd Mischwälder und Äcker vorbei. Es war ein wechselhafter Vormittag, aber bislang hatte es nicht geregnet. „Jetzt schau doch etwas freundlicher, wir haben Urlaub!“ sagte er fröhlich und stupste sie leicht in die Seite. „Dieser Mist nervt mich immer noch. Die können sich nicht mal an ihren Fahrplan halten.“ grummelte Clara verstimmt und sah aus dem Fenster. Damit meinte sie natürlich, dass sie ihren Bus-Anschluss verpasst hatten und ein Taxi zum Mietwagenhändler nehmen mussten. Den Kleinwagen, in dem sie unterwegs waren, hatten sie von einem schmierigen Händler in Bar für das Wochenende gemietet. Es war ein günstiges Modell und eines der am meisten verkauften Fahrzeuge der letzten Jahre. „Keine Sorge, wir liegen immer noch im Zeitfenster.“ sagte Kevin schließlich beschwichtigend. „Wenn mir wieder meine Prämie durch die Lappen geht, bezahlst du mir das.“ kam die immer noch gereizte Antwort. Er schüttelte dem Kopf. Vor ihnen stand ein großes Schild am Straßenrand, dass sie auf der Halbinsel Mügen willkommen hieß. Sie passierten die Landmarke und auf der rechten Seite war, etwa hundert Meter entfernt, das Meer zu sehen.

Nach ein paar Kilometern kamen sie in ein kleines Örtchen. Ein Wegweiser wies die Ferienanlage, in der sich Kevin und Clara eingemietet hatten, aus. Der Wagen hielt auf dem Parkplatz und Clara sprang sofort heraus und streckte sich. Ihre schlechte Laune war wie weggeblasen. Kevin grinste und holte die Koffer aus dem Kofferraum. Sie gingen in das weiß gestrichene Mehrfamilienhaus mit Reetdach und traten an die Rezeption. Die Anlage wurde von einem älteren Ehepaar geführt und war dementsprechend altmodisch und familiär eingerichtet. Der Mann begrüßte sie freundlich und machte einen etwas erschöpften Eindruck. Vermutlich hatte er seit früh für die Gäste gearbeitet. „Hallo, wir hatten telefonisch reserviert unter Müller.“ sagte Clara lächelnd. Ihr Gegenüber blätterte kurz in seinem Buch und gab dann ein zustimmendes „Hm“ von sich. „Ja, hier haben wir es. Zwei Personen von Freitag bis Sonntag.“ murmelte er mehr zu sich selbst als zu seinen Gästen. Er blickte zu ihnen auf „Dürfte ich bitte ihre Personalausweise sehen? Eine reine Formalität, wir hatten schlechte Erfahrungen mit ein paar Krawallmachern.“ Clara und Kevin reichten gehorsam ihre Ausweise über die Theke. „Clara Müller und … Kevin Metzger.“ sagte der Mann langsam. „Wir kommen aus eher traditionellen Familien.“ erklärte Clara und setzte ein schüchternes Lächeln auf. „Kenn ich.“ brummte ihr Gegenüber. Sie wusste, dass er mit Nachnamen Tischler hieß.

Kurze Zeit später waren sie in einer Dachgeschosswohnung einquartiert. Sie hatten bar gezahlt und noch freundliche Worte mit dem Ehepaar gewechselt. Ganz sicher hatten sie einen positiven Eindruck hinterlassen, aber nicht so positiv, dass sie lange im Gedächtnis bleiben würden. Die Ausweise, die sie dem Mann gezeigt hatten, waren ebenso falsch wie ihre Namen. Bis heute morgen hatten sie noch andere Namen und andere Pässe. Sie waren nicht im Urlaub, so wie sie es vorgaben. Clara kramte den Laptop heraus und stellte ihn auf den kleinen Holztisch. Das Gesicht von einem bulligen, arrogant dreinblickenden Mann erschien. Sie musste nicht einmal hinschauen, um die Details zu wissen. Der Ölmogul Bob J. Harley betrieb eine Fracking-Anlage hier auf Mügen, und er scherte sich weder um die Umwelt, noch um Sicherheit. Abgesehen von dutzenden Arbeitsunfällen waren bei seiner vorigen Bohraktion eine halbe Millionen Barrel Rohöl in einen Fluss ausgetreten. Der einzige Grund, warum er noch nicht hinter Gittern saß, war Nummer 2 auf ihrer Liste. Jason Cleveland, ein Topanwalt, der sich auf reiche Firmen spezialisiert hat und auch den dreckigsten Geschäftsmann vor Strafe bewahrt. Der Anwalt war erst vor wenigen Tagen hinzugekommen, und der Auftrag war nicht, ihn zu töten, sondern lediglich beruflich zu ruinieren. Was im ersten Moment besonders schwierig klang, machte ihre Arbeit tatsächlich sogar leichter. Sie hatten einen komplexen Plan ausgearbeitet, wie sie beide Aufträge in einem Aufwasch erfüllen konnten.

Kevin fuhr die breit gebaute Straße entlang und ein paar LKWs kamen ihnen entgegen. Neben ihm prüfte Clara ein letztes mal die Funkkamera, die sie einsetzen würden. Der Plan hatte ihm ziemliches Kopfzerbrechen bereitet und er hatte eine Menge Unsicherheiten bedenken müssen. Doch in Anbetracht der knappen Zeit war er mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er hatte sich bereits seine Verkleidung angezogen. „Hier musst du raus.“ sagte er und hielt den Wagen am Straßenrand an. „Bis später, mein Großer.“ grinste Clara, sprang raus und lief in den Wald hinein.
Eine halbe Stunde später stand Kevin auf dem Bohrgelände, einem großen, umzäunten Komplex mit gleich drei Bohrtürmen und dutzenden Containerbauten. Da er die Schutzkleidung eines der vertretenen Unternehmen trug erregte er keine Aufmerksamkeit. Hinein zu kommen, war sogar einfacher gewesen als erwartet, er hatte am Tor nicht einmal den gefälschten Ausweis vorzeigen müssen, und auch den Wagen hatte er draußen stehen lassen können, da nur ein paar hundert Meter vor dem Tor ein Imbiss für die Arbeiter war. Er rückte den Helm zurecht und machte sich auf die Suche nach Harleys Container.

Clara huschte gebückt durch das Unterholz. Sie war durch den Wald gelaufen und jetzt auf der Anhöhe neben der Bohranlage angekommen. Vorsichtig kroch sie die letzten Meter und suchte sich eine gute Beobachtungsstelle. Dann holte sie die Kamera aus dem Rucksack und stellte sie auf. Während sie Schwenk und Zoom kontrollierte, kontaktierte sie Kevin. Er war so gut verkleidet, dass sie ihn nicht unter den echten Arbeitern ausmachen konnte. Lediglich ein mürrisches Grunzen kam zurück, doch das reichte ihr. Jetzt hieß es warten.
Harleys Container war schnell gefunden, das Firmenlogo und auch der Name prangten an allen Seiten des großen Bürocontainers. Ein Blick durch die Fenster verriet Kevin, dass der Mann allein war und über Unterlagen brütete. Im Hintergrund lief ein Fernseher, auf dem gerade ein Bericht über Umweltschützer gezeigt wurde. Während auf dem Gelände allgemein reges Treiben herrschte, war es hier eher ruhig, auch wenn hin und wieder jemand hektisch vorbei hastete. Kevin prüfte abwechselnd die Lieferscheine einiger Rohrstapel und den Betriebsplanaushang eines Bohrturms. Es dauerte eine Stunde, bis er Claras Stimme vernahm. „Er kommt, gerade durchs Tor.“ flüsterte sie in seinem Ohr. Automatisch zog sich Kevin etwas zurück in eine Ecke. „Ich mache jetzt los. Bis später, Schatz.“ sagte seine Freundin.
Nach wenigen Augenblicken kam ein schwarzer Kombi um die Fertigbauten gebogen und blieb vor Harleys Container stehen. Cleveland, mit Spitznamen „Evidence“ genannt, stieg mit einer Aktentasche aus und roch kurz die Luft. Er verschwand im Container und kam zehn Minuten später wieder heraus. Er war offensichtlich aufgebracht, was gut war. Gut für Kevin, und schlecht für „Evidence“. Aus den Augenwinkeln sah er ein paar Ölarbeiter, die sich wunderten, dass der Anwalt überhastet wegfuhr. Langsam ging Kevin zum Container, wobei er darauf achtete, nicht gesehen zu werden. Er betrat Harleys Büro mit dem Lieferschein in der Hand. „Was ist denn jetzt schon wieder? Hat dich Jimmy geschickt?“ schnauzte Bob Harley. „Tschuldigung, Boss. Aber er meinte, sie sollen sich das ansehen.“ antwortete Kevin kleinlaut. Er legte den Schein auf den Tisch und der Ölmogul riss den Zettel verärgert an sich. „Und was soll der Mist jetzt?“ fragte Harley, den Blick auf das Blatt gerichtet, während Kevin um den Tisch herumging. Er hatte den an die Wand gehängten Revolver, auf den der Mann so stolz war, schon von draußen gesehen. Er nahm die Waffe und lud sie mit der selbst mitgebrachten Munition. „He, was …“ weiter kam Harley nicht, da Kevin ihm in schneller Folge ein mal ins Herz und zwei mal in den Bauch schoss.

Clara hatte sich an die Betriebsstraße gestellt und beobachtete dank der Kamera das Bohrgelände. Sie sah, wie Clevelands Wagen das Tor passierte. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass kein Fahrzeug zu sehen war, legte sie sich auf die Straße. Bevor sie sich tot stellte hatte sich ihr Shirt so zurechtgezogen, dass es ihren Busen betonte. Nach einer Minute kam ein schwarzer Wagen aus Richtung der Bohranlage gefahren, bremste ab und hielt einige Meter vor ihr. Cleveland stieg aus. „Junge Frau, ist alles in Ordnung mit Ihnen?“ rief er und kam vorsichtig näher. Clara rührte sich nicht. Sie wartete, bis der Mann heran war und sie anstupste. Ohne einen Laut fuhr sie hoch und verpasste ihm einen Schlag an die Schläfe. Der Anwalt kippte bewusstlos hintenüber. Rasch schleifte sie ihn zur Rückbank seines Wagens und übernahm dann selbst das Steuer.
Kurze Zeit später stand der Wagen auf einem Waldweg nur ein paar Meter von der festen Straße entfernt und Kevin war mit dem Mietwagen gekommen. Sie verabreichten dem Anwalt ein Mittel, dass sein Kurzzeitgedächtnis löschen würde, und dazu noch Alkohol. Clara verfrachtete ihn hinters Steuer und warf die leere Schnapsflasche auf den Beifahrersitz, wo bereits die Pistole von Harley lag. Mit einem Tuch wischte sie ihre Fingerabdrücke vom Lenkrad und prüfte, dass der Mann auch richtig angeschnallt war. Kevin startete den Motor und lief neben dem Wagen her, während er ihn zur Straße manövrierte. Da kein anderes Fahrzeug in Sicht war, lenkte er ein und legte Clevelands Fuß auf das Gaspedal. Mit einer letzten Bewegung schlug er die Tür zu. Nach gut hundert Metern fuhr das Auto in die Bäume und blieb stehen.

Kevin fuhr den Mietwagen auf den Parkplatz vom Aussichtspunkt. Clara hatte die Kamera wieder eingesammelt und er selbst hatte wieder seine Urlaubskleidung an. Während sie hinauf zur Aussichtsplattform an der Küste gingen, warf seine Freundin einen Blick auf den Stand, der am Rand des Parkplatzes aufgebaut war. „Ich will unbedingt ein Eis, das hab ich mir verdient!“ sagte sie freudig. „Dem würde ich mich anschließen.“ grinste Kevin und blickte dann hinaus aufs Meer, wo zwei Kreuzfahrtschiffe in der Ferne zu sehen waren.
Am Abend kamen sie zurück zur Ferienanlage. Die Frau, die gerade ein Beet mit einer Gartenschere bearbeitete, grüßte sie und erkundigte sich, was sie gemacht hatten. Clara erzählte ihr von ihrer Wanderung an der Küste entlang und dem Besuch mehrerer Landmarken, was natürlich nicht stimmte. In ihrem Zimmer angekommen warf sie sich aufs Bett. „Uff, morgen müssen wir ja schon früh raus.“ maulte sie gespielt. „Wie heißt es doch so schön? Morgenstund hat Gold im Mund?“ lachte ihr Freund und setzte sich neben sie. „Aber jetzt können wir uns ja noch etwas den Abend versüßen.“

Frau Zimmermann war den Tränen nahe. Vermutlich hatte sie die Geschichte vor wenigen Tagen schon einmal erzählen müssen, ganz zu schweigen davon, dass sie durch die Ereignisse ohnehin schon aufgewühlt war. Trotzdem musste er die Befragung fortsetzen. „Wissen Sie, ob er generell wertvolle, oder besondere, Gegenstände bei sich trug?“ fragte er behutsam. „Nunja, seit ich ihn kenne trug er immer das Amulett von Santiana, wenn er schwimmen ging.“ schluchzte sie. Er ging die Unterlagen durch, auch wenn er schon wusste, was in ihnen stand. „Ein solches Amulett wurde nicht gefunden, es ist möglich, dass der Mörder es entwendet hat.“ Die Frau brach in Tränen aus.
Eine halbe Stunde später stand Kommissar Mercier zusammen mit seinem Assistenten vor der Wohnung. Es war mittlerweile zwei Monate her, seit Antonio Santos in einem Hotel erschossen worden war. Es gab immer noch keine Hinweise, wer der Mörder war. Oder wer die Anderen, die in jenen Tagen aus dem Leben geschieden waren, auf dem Gewissen hatte. Offiziell waren in dem Zusammenhang zwei Menschen getötet worden. Die Polizei ging von bis zu zehn Morden aus, doch Mercier war der Meinung, dass es fünf waren. Und er war dem Täter auf der Schliche.

Sonnabend

Es war noch früher Morgen, als sie losfuhren. Ihr heutiges Reiseziel lag an einem der zerklüfteteren Ränder der Halbinsel. Bevor sie aufgebrochen waren, hatte Kevin noch einmal die Informationen geprüft. Das erstes Ziel des Tages war Federico Rotolo. Sie kannten ihn bereits, und er war ihnen vor einer Weile durch Abwesenheit durch die Lappen gegangen. Seine kriminelle Laufbahn hatte bislang nicht weiter Fahrt aufgenommen, doch der Auftrag war nach wie vor offen. Clara hatte sich ziemlich gefreut, auch wenn sie ihre Prämie nicht zurück bekommen würde. Als klar wurde, dass sie noch eine Chance bekommen würden, Rotolo zu erledigen, hatte sie sich in die Vorbereitungen gestürzt und akribisch Informationen zusammengetragen. Das hier war allein ihre Show. Die Sonne kroch gerade über den Horizont, da erreichten sie schon ihr Ziel.
Nachdem sie den Wagen am Wegesrand abgestellt hatten, mussten sie querfeldein durch das Unterholz, um auf eine hohe Klippe zu kommen. Von dieser hatten sie einen guten Überblick über den zerklüfteten Strand an der Küste entlang. Clara öffnete den Koffer, den sie mitgenommen hatte, und setzte routiniert das Präzisionsgewehr aus den Einzelteilen zusammen. Als sie fertig war legte sie sich auf den Bauch, klappte das Zweibein herunter und richtete das Gewehr aus. Kevin legte sich mit einem Fernglas neben sie. Sorgsam beobachtete sie die Küste. Es waren nur zwei Spaziergänger zu sehen, die an der Baumgrenze entlang flanierten. Der Parkplatz am Ende des Strandes war fast leer. Nach einiger Zeit kam das Ziel in Sicht. Rotolo kam vom Parkplatz und hatte eine gelbe, enge Badehose an, bei deren Anblick es sie würgte. „So ein widerlicher Kerl. Diesmal entkommst du mir nicht, auf keinen Fall.“ flüsterte sie und legte sich die Munition bereit. Kevin spähte neben ihr durch das Fernglas. „Da kann gar nichts schiefgehen. Außer er ist kugelsicher, dann hättest du den Parkplatz doch verminen sollen.“ meinte er grinsend.
Sie beobachtete, wie Rotolo ins Wasser sprang und in Ufernähe in ihre Richtung schwamm. „Ich will ihn auf dem Rückweg erwischen, sonst schieß ich ihm noch versehentlich ins Auge.“ murmelte sie und nahm eine Patrone der Spezialmunition. Es war kein normales ballistisches Geschoss, sondern hatte statt der Spitze zwei Elektroden, die dem Opfer einen Stromstoß versetzten. Es gab zwar trotzdem einen deutlichen Trefferabdruck, doch bei einer aufgequollenen Leiche würde das nicht weiter auffallen, und allemal besser ein Projektil, was im Toten steckte. Federico Rotolo kehrte um und schwamm zurück. Clara beruhigte ihren Atem. Sie warf einen kurzen Blick auf ihre selbstgezeichnete Karte des Strandabschnitts und stellte die Waffe auf dreihundert Meter ein. Im Kopf ging sie Flugzeit, Wind und Schusswinkel durch, dann zielte sie auf Rotolos Rücken. Langsam atmend schloss die Augen und öffnete sie wieder. Das Fadenkreuz zeigte immer noch auf den Rücken. Mit einer ruhigen Bewegung zog sie den Abzug. Der Mann zuckte zwei Sekunden, dann trieb er mit dem Gesicht nach unten reglos im Wasser. Sie schwenkte herüber zum Strand. Ein paar Fußgänger waren da und planschten am Ufer. Einer von ihnen deutete plötzlich auf etwas im Wasser. Clara setzte sich auf und baute das Präzisionsgewehr wieder auseinander. „Guter Schuss.“ meinte Kevin anerkennend. „Dafür bin ich da, Schatz.“ grinste sie, während sie die letzten Teile verstaute.

Bald darauf fuhren sie die Küstenstraße entlang zu einem weitaus schöneren Strand. Dort erwartete sie ihr unwissendes nächstes Ziel. Clara prüfte während der Fahrt noch einmal die Daten auf dem Laptop. Die Frau hieß Lucia de Luca und war quasi von der Konkurrenz. Als Mitglied der Italienischen Mafia hatte sie dutzende Leute auf dem Gewissen, sowohl Mitglieder anderer Clans als auch Polizeibeamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Sie war mittelmäßig aufmerksam und dafür eher spontan, daher hatte Kevin keinen konkreten Plan gemacht. Wenn sie im Anwesen waren, würden sie beide separat versuchen, Lucia zu erledigen.
Sie hatten den Wagen vor einem Museum für Ozeanografie geparkt und gingen zwischen den Ferienhäusern entlang. Glücklicherweise hatte der Vermieter die Wohnungspläne ins Internet gestellt und noch dazu einige Bilder, so würden sie nicht völlig blind hineingehen. Clara hielt Kevins Hand und küsste ihn auf die Wange, während sie an dem Haus vorbeigingen, das von de Luca angemietet worden war. Sie sahen eine Wache auf der Terrasse, und Clara schätzte, dass es mindestens noch eine weitere gab. Kevin drückte ihre Hand zum Zeichen, dass die Luft rein war. Mit einer flüssigen Bewegung kletterte sie auf den Zaun, sprang auf der anderen Seite herunter und rollte sich hinter einen Rosenbusch ab. Kevin folgte etwas langsamer, und als er unten war, hatte Clara schon den Garten durchquert und presste sich gegen die Ecke an der Terrasse. Der Wachmann betrachtete abwesend den Strand die Straße hinab, die Tür hinter ihm stand weit offen. Sie sah den Revolver in seinem Holster, doch sie war sich sicher, dass es dazu nicht kommen würde. Mit einem kurzen Blick vergewisserte sie sich, dass das große Wohnzimmer leer war, dann schlich sie sich hinein.
Kevin lief geduckt durch den Garten zum Haus. An der Seite war ein Balkon im ersten Stock, und direkt daneben waren hölzerne Rosengitter angebracht. Der Efeu, der auf ihnen wachsen sollte, tat dies jedoch nur halbherzig. Die Balkontür stand offen, und so kletterte er auf den Balkon hinauf. Er trat durch die Tür in ein leeres Schlafzimmer. Er sah auf den ersten Blick, dass Lucia hier nächtigte, vermutlich war sie erst vor kurzem hier gewesen. Rasch ging er zur Tür. Im Flur stand eine Wache an der Treppe nach unten. Kevin wusste, dass es noch einen zweiten Weg nach unten gab. Er war zwar nicht so gut wie seine Freundin, doch er war sich sicher, sich an der Wache vorbei schleichen zu können. Langsam setzte er sich in Bewegung, als von unten eine Frauenstimme ertönte. „Roberto! Hol meine Handtasche aus meinem Zimmer!“ rief Lucia laut mit starkem italienischem Akzent. Der Wachmann stöhnte auf und machte einen Schritt zurück. Kevin blieb stehen und zog seine Pistole. „Warte, ich hab sie schon hier. Schwing deinen nutzlosen Arsch hier runter!“ befahl Lucia erregt. Der Wachmann ging ohne sich umzudrehen die Treppe hinab. Kevin steckte die Waffe weg und machte sich auf den Weg zur zweiten Treppe.
Clara hatte sich in den Durchgang zur Küche gestellt, als de Luca ihren Wachmann gerufen hatte. Die Frau hantierte in der Küche mit ihrer Handtasche herum. „Die verdammten Karten sind immer noch nicht da.“ schnauzte sie aufgebracht. „Glotz mich nicht so blöd an, fahr zum Theater und hol sie. Na los!“ befahl Lucia dem Wachmann, der daraufhin eilig hinunter zur Garage im Keller ging. Während de Luca sich echauffiert hatte, hatte Clara einen Blick in die Küche geworfen. In einer Pfanne brutzelte irgendwelches Grünzeug, währen daneben ein Glas Marinade stand. Alles, was Clara jetzt noch brauchte, war eine Gelegenheit. Sie bekam sie eine Minute später, als Lucia ihr Handy rausholte und mit einer anderen Frau telefonierte. Während die Mafiosa ins Wohnzimmer schlenderte, trat Clara an das Essen und zog eine Phiole hervor. Sie träufelte das Gift vorsichtig auf den bereitstehenden Teller. Es war nicht hitzebeständig, aber immerhin farblos, so dass es wie normales Wasser wirkte. Danach ging sie wieder in Deckung. „Essen präpariert.“ flüsterte sie über Funk.
Es dauerte lange, bis Lucia ihr Telefonat beendet hatte und wiederkam. Zu lange. Dunkler Rauch stieg aus der Pfanne auf. Fluchend stellte die Frau den Herd aus, doch es war zu spät. Das Essen war verbrannt. Genervt schüttete sie die verkohlten Überreste weg und warf das Geschirr achtlos in die Spüle. „Bin gescheitert.“ flüsterte Clara enttäuscht über Funk.
Kevin hatte sich nach der ersten Meldung seiner Partnerin wieder nach oben zurückgezogen. Doch er war nicht untätig gewesen und hatte einige Möglichkeiten gefunden, wie er die Mafiosa ins Jenseits befördern konnte. Nach Claras zweiter Meldung hing alles davon ab, was Lucia als nächstes tat. Die Frage klärte sich, als sie nach einiger Zeit die Treppe hinaufkam, ihre Handtasche auf die Flurkommode stellte und das Bad betrat. „Ist im Bad. Zwei Minuten.“ flüsterte Kevin über Funk und lauschte an der Tür. De Luca ließ sich ein Bad ein. Als das Geräusch des fließenden Wassers verschwand, wartete er noch einige Sekunden, dann öffnete er geräuschlos die Tür und betrat das Bad. Er hatte bereits den Raum erkundet und sich auch den Sicherungskasten angeschaut. Während sich die Mafiosa entspannt ins Schaumbad sinken ließ, steckte Kevin einen auf alt getrimmten Fön in die Steckdose. Als er an die Badewanne trat, schaltete er das Gerät ein. Lucia de Luca fuhr erschrocken herum. „Was …“ brachte sie mit geweiteten Augen hervor. Er sagte nichts, als er den Fön ins Wasser fallen ließ.
Ruhig verließ Kevin das Bad. „Ist erledigt. Wir treffen uns draußen.“ sagte er über Funk. Zwanzig Minuten später fuhren sie mit dem Auto hinab zum Strand, während vor ihnen die Sonne den Horizont berührte. Clara wollte noch eine Runde schwimmen gehen, bevor die Sonne untergegangen war.

Kommissar Mercier kam von der Toilette der Raststätte und zog seinen schwarzen Anzug zurecht. Er ging kurz durch den Verkaufsraum und überflog die Schlagzeilen der Zeitungen. Für einen Moment betrachtete er sich im Rundspiegel auf dem Ständer mit den Sonnenbrillen. Ein älterer Mann, dessen kurze Haare langsam ins Graue gingen, blickte zurück und er erinnerte sich an seine Jugend. Sein Assistent, ein sommersprossiger Junge mit langen Haaren, hatte schon das Benzin gezahlt und wartete nun im Wagen. Mercier gesellte sich zu ihm. „Und, Robertson, was gibt’s neues?“ fragte er mit einem Verweis auf das Handy, das der Mann fast immer in der Hand hatte. In der Regel gab es irgendeinen Promiklatsch, und Mercier fragte sich dann, wieso der Mann bei der Polizei angefangen hatte. „Herr Kommissar, dieser Mafioso und Leistungsschwimmer … wie war noch sein Name?“ begann Robertson und hatte Probleme, sich an den Namen zu erinnern, den er vor ein paar Minuten gelesen hatte. „Meinen Sie vielleicht Federico Rotolo?“ half er ihm aus und startete den Motor. „Ja, Herr Kommissar. Jedenfalls, der ist tot, hat sich wohl beim Schwimmen überschätzt.“ fuhr der Assistent fort. „Schön.“ kommentierte Mercier und fuhr los. „Ja, trieb heute Morgen vor Mügen im Wasser.“ meinte Robertson, während er sich auf sein Gerät konzentrierte. „Mügen? Ist da nicht gestern der Ölmogul von seinem Anwalt erschossen worden?“ fragte der Kommissar nachdenklich. „Äh … kann sein.“ „Besteht die Polizeiarbeit in London nur daraus, dass man auf das Display glotzt und einem alles gesagt wird?“ fuhr Mercier seinen Assistenten an. „Nein, Herr Kommissar.“ antwortete Robertson kleinlaut und packte das Handy weg. Dann fiel es Kommissar Mercier wie Schuppen von den Augen. „Heilige Scheiße. Er ist dort.“ fluchte er laut. Er schaltete das Blaulicht an der Windschutzscheibe an, stieg auf die Bremse und riss das Steuer herum.

Sonntag

Clara räkelte sich auf dem Bett. Heute war ein ruhiger Tag, im Vergleich zu den anderen. Sie warf einen Blick zum Laptop, der auf dem Nachttisch stand. Das Gesicht eines Mannes mittleren Alters war darauf zu sehen, gemacht von einer Überwachungskamera. Der Text berichtete von Menschenhandel und Kindesmissbrauch, ohne auf Details einzugehen. Doch er hatte auch einige der Kinder getötet. Allein das zu lesen, machte sie wütend. Der Mann hieß Eric Müller und hatte sich jetzt in einer Ferienwohnung im Nachbarort eingenistet. Doch sie hatten bereits einen Plan, wie sie ihn für seine Verbrechen bestrafen würden. Kevin kam ins Zimmer. „Wenn du willst, können wir dann los.“ meinte er und zeigte zur Tür. Sie schwang sich kommentarlos aus dem Bett, schaltete den Computer aus und folgte ihm.
Nur eine Viertelstunde später standen sie am Straßenrand gegenüber dem Apartmenthaus, in dem Eric Müller sich versteckte. Kevin hatte die Zeitung aufgeschlagen und tat so, als würde er lesen. „Ich verstehe nicht, wieso so ein Stück Scheiße noch frei rumlaufen kann.“ sagte Clara aufgebracht. „Es gibt viele schlechte Menschen, die noch … frei herumlaufen.“ grummelte ihr Freund, während er über die Zeitung zum Haus blickte. Noch rührte sich nichts. „Bei den meisten schlechten Menschen kann man es ja noch verstehen. Mächtige Freunde, gekaufte Ermittler, gescheiterte Gerichtsverfahren. Aber das hier? Es gibt keinen Grund, warum nicht ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung stürmen sollte. Lebenslänglich mit Sicherheitsverwahrung, niemand hätte was dagegen.“ maulte sie mit verschränkten Armen. „Nun, wir verkürzen die Haftstrafe etwas.“ meinte Kevin schulterzuckend. „Die Gesellschaft sollte das auch ohne uns hinbekommen.“ gab sie bissig zurück. „Manchmal glaube ich, du hast den falschen Job gewählt.“ sagte ihr Freund trocken. Sie wollte etwas sagen, doch vom Parkplatz hinter dem Haus kam ein schwarzer Geländewagen gefahren. Misstrauisch beobachtete sie das Fahrzeug, während es an ihnen vorbeifuhr.
„Da oben kommt er.“ sagte Kevin nur einen Moment später. Von den Apartments aus dem ersten Stock kam ein Mann die Treppe hinab, der auf die Beschreibung passte. Er sah sich mehrmals verstohlen um, bevor er hinüber zum Parkplatz ging. Kevin blätterte die Zeitung um. Nach einer Minute verließ Müller mit einem rostigen, alten Auto den Parkplatz und fuhr davon. Langsam faltete er die Zeitung zusammen und nahm sich das Werkzeug von der Rückbank. „Bis gleich.“ sagte Clara, während sie in den Rückspiegel schaute.
Kevin trat vor die Tür zu Eric Müllers Apartment. Namen und Zimmernummern standen an einem Aushang, daher war es nicht schwer zu finden. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass er unbeobachtet war, öffnete er mit einem Dietrich die Tür. Er trat in die Wohnung und schloss die Tür hinter sich. Rasch sah er sich im Zimmer um. Es war nicht viel zu sehen, zwei Kartons mit irgendeinem Krempel standen herum, doch er interessierte sich nicht dafür. In der Ecke neben der Küchenzeile stand das, weswegen er hier war. Vom Anbieter der Wohnungen waren die Gaskocher in jedem Apartment angepriesen worden. Es war für ihn ein leichtes, ihn so zu manipulieren, dass Eric Müller sich heute Abend selbst ins Jenseits sprengen würde. Kevin kontrollierte die Anschlüsse des Gaskochers und holte das Werkzeug heraus.
Er ging vorsichtig vor, um keine Spuren zu hinterlassen und auch, damit die Manipulation nicht zu entdecken war. Kevin war fast fertig, als plötzlich ein Schlüssel in die Tür zum Apartment gesteckt wurde. Erschrocken sprang er auf. Er wusste nicht, ob Eric Müller etwas vergessen hatte, oder aber jemand anderes einen Zweitschlüssel hatte. In der Kürze der Zeit fand er kein Versteck, und einen Moment später wurde die Tür aufgestoßen. Müller trat einen Schritt in den Raum und blickte Kevin direkt an. Kevin hatte erwartet, dass der Mann die Flucht ergreifen würde oder ihn anschrie, was er denn hier mache. Doch stattdessen ging Eric Müller direkt auf ihn los. Einzig Kevins Instinkt rette ihm das Leben, und er wich dem Klappmesser aus. Sofort folgte ein weiterer Stich, den er blockte. Kevin trat den Mann und brachte so etwas Abstand zwischen sie, bevor er mit dem Schraubenschlüssel, den er noch in der Hand hielt, zum Gegenangriff überging. Es war ein ausgeglichener Kampf bei dem sie sich beide nichts schenkten. Mit jeder verstrichenen Sekunde wurde Kevin mehr bewusst, dass der Mann, der angeblich Eric Müller hieß, irgendein Agent sein musste. Müller trat ihm in den Magen und er ging in die Knie. Als Kevin aufsah, hatte sein Gegenüber das Messer in der einen und eine schallgedämpfte Pistole in der anderen Hand. Kevin verzog den Mund, als Clara dem Mann von hinten zwischen die Beine trat. Noch während Eric Müller in die Knie ging traf ihn ein zweiter Tritt am Kopf und brachte ihn zu Boden. „Entschuldige, ich hab ihn erst gesehen, als er schon oben war.“ sagte Clara keuchend, während sie dem Mann mit einer geübten Bewegung das Genick brach. „Danke. Das ging ganz schön nach hinten los.“ meinte Kevin, während er hastig die Tür schloss. Er warf einen Blick auf das Zimmer. Sie hatten eine Leiche mit einigen Verletzungen, nicht zuletzt einem gebrochenen Genick, und mehrere beschädigte Möbel. „Setz ihn auf den Stuhl. Ich dreh das Gas auf.“ fügte er nach einem Moment hinzu. „Du weißt, dass die Polizei das schnell durchschauen wird.“ meinte seine Freundin, während sie den Mann hochwuchtete. „Ja, aber so verwischen wir immerhin einige Spuren.“

Sie fuhren los, als das ausströmende Gas den brennenden Mülleimer erreichte, und das ganze Apartment in Brand steckte. Der Knall war deutlich zu hören. Sie hatten die Waffen mitgenommen und die Schäden kaschiert, doch die Kripo müsste Blind sein, um den Mord nicht zu entdecken. Kevin fluchte. „Das hätte so nicht passieren sollen. Die Infos waren falsch.“ sagte er wütend und schlug auf das Lenkrad. Seine Freundin nickte nur. „Damit meine ich nicht einfach falsch. Sie waren gelogen. Irgendwer hat bei der Zusammenstellung des Dossiers und der Prüfung der Daten völlig versagt.“ fuhr er fort. „Das brauchst du mir nicht zu sagen. Und bei mir brauchst du dich auch nicht zu beschweren.“ sagte sie schmallippig.
Als sie ihre Ferienwohnung erreichten, sahen sie die beiden Besitzer der Anlage, die gerade eine Mauer neu herrichteten. Glücklicherweise hatten sie sich bereits eine Geschichte zurechtgelegt. Als sie zur Wohnung gingen, wurden sie von dem Mann angesprochen. „Herrgott, was ist denn Ihnen zugestoßen?“ fragte er erschrocken, als er Kevins lädiertes Gesicht sah. „Mir geht es gut. Ich bin beim Wandern leicht gestürzt.“ grummelte er. „Direkt ins Gebüsch.“ fügte Clara mit einem Augenrollen hinzu, woraufhin ihr Freund ein gequältes Stöhnen von sich gab. „Falls sie irgendetwas brauchen, lassen Sie es uns wissen.“ sagte der ältere Mann freundlich.
Zurück auf dem Zimmer packten sie ihre Sachen. Sie hatten nur noch ein paar Stunden, bis sie abreisen mussten. Ihre Arbeit hier war erledigt. Sorgsam achteten sie darauf, nichts verräterisches zu hinterlassen, bevor sie schließlich auscheckten. Die Besitzer gaben Kevin noch ein paar Pflaster mit und wünschten ihnen alles Gute. „Ich werde mich beschweren.“ meinte Kevin, als sie losfuhren. „Darüber sollten wir vielleicht noch einmal reden.“ sagte Clara vorsichtig. „Jemand hat Scheiße gebaut. Das darf sich nicht wiederholen. Das setzt unsere Arbeit aufs Spiel. Und unser Leben.“ sagte ihr Freund kategorisch. Sie antwortete nicht weiter, sondern beobachtete nachdenklich die Straße. An der Landzunge zum Festland passierten sie zwei am Straßenrand geparkte Fahrzeuge, eines davon von der Polizei, wo sich ein Beamter mit zwei anderen Männern stritt. Durch die Art, wie der Mann im schwarzen Anzug gestikulierte verriet er, dass er einen höheren Posten hatte. Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken. Etwas stimmte nicht.

„Muss ich mich ernsthaft wiederholen?“ fragte Kommissar Mercier laut. Der Polizeimeister der örtlichen Polizei schien unbeeindruckt. „Hören Sie zu, ich verstehe Sie ja. Aber hier wurde niemand ermordet. Und ich werde nicht aufgrund einer Ahnung die einzige Straße von der Insel sperren. Wir haben Tourismus-Saison, wissen Sie, was dann hier los ist?“ erklärte der Polizist und deutete auf die Straße neben sich. Mercier hatte unterwegs angeordnet, sämtliche Fahrzeuge, die von der Halbinsel fuhren, zu kontrollieren. Zwar stand hier ein Polizeifahrzeug, doch keine einzige Kontrolle hatte stattgefunden. „Der Ölmogul wurde erschossen. Rotolo, einer der besten Schwimmer, ist ertrunken. Eine Mafiaangehörige, von der Sie nicht einmal wussten, dass sie hier ist, ist tot. Glauben Sie dass das alles Zufälle sind? Diese Menschen wurden ermordet, und in jedem dieser Fahrzeuge, die uns gerade passieren, kann der Mörder sitzen.“ erklärte der Kommissar. Sein Assistent stand hinter ihm und filmte mit dem Handy die Nummernschilder der vorbeifahrenden Wagen. „Das waren Unfälle, Unfälle passieren andauernd. Und den Mörder von Bob Harley haben wir schon verhaftet. Da gibt es keinen Superkiller. Sie verschwenden hier nur Ihre Zeit. Und meine auch.“ sagte der Beamte aufgebracht und setzte sich in seinen Wagen. Kommissar Mercier schüttelte den Kopf.